2.000 Setzlinge, ein Samstag, über 100 Hände – und ein Fachwart in Hochform
Er gräbt, er wirbelt, er strahlt: Axel Bückert ist das Herz von ORPLIDs großer Aufforstungsaktion – und hat am 28. Februar 2026 Geschichte geschrieben.
Trotz gemischter Wetteraussichten – die Wetter-App verhieß heiter bis wolkig – versammelten sich am Samstagmorgen mehr als 50 Mitglieder des ORPLID Darmstadt e. V. auf dem Vereinsgelände an der Weiterstädter Landstraße. Mit Spaten, Handschuhen und jeder Menge Elan machten sie sich an die Arbeit: 2.000 Jungbäume in sieben klimaresilienten Arten wurden in den Boden gebracht – Libanon-Zeder, Coloradotanne, Rothasel, Spierling, Feldahorn und weitere heimische Arten.
Der Hintergrund: Ein Gelände kämpft sich zurück
Die Hitzesommer 2018, 2019 und 2022 haben tiefe Wunden hinterlassen. Mehr als 450 Bäume gingen verloren – durch Trockenheit, abgesenkten Grundwasserspiegel, Pilzbefall, Borken- und Eichenblindkäfer. Was einst ein dichtes grünes Blätterdach aus Eichen und Buchen war, ist heute stellenweise kahles Gelände mit Totholzresten.
Axel Bückert, ORPLIDs Fachwart für Nachhaltigkeit, Ökologie & Umwelt, arbeitet seit Jahren an einem langfristigen Gegenprogramm: 10.000 Setzlinge in 10 Jahren. Und er ist Realist: „Es wird wohl 40 Jahre dauern, bis wir wieder ein geschlossenes Blätterdach haben“ – aber genau deshalb, so sein Credo, beginne man heute.
Das Axel-Special 😄

Axel in seinem Element – Pflanzaktion mit Energie, Präzision und sichtbarer Freude. Der Mann, der seit 2018 ORPLIDs grüne Zukunft vorantreibt.
Wer Axel bei der Arbeit erlebt, weiß: Hier ist jemand mit ganzem Herzen dabei. Die Bilder sprechen für sich – und sie zeigen einen Mann, dem man die Begeisterung buchstäblich ansieht, Spatenstich für Spatenstich.
Kinder als Hände der Zukunft

Lernen durch Anfassen: Axel Bückert erklärt, wie aus einem kleinen Setzling ein großer Baum wird.
Besonders eindrucksvoll an diesem Tag: überraschend viele Kinder packten mit an. Unter Axels Anleitung lernten sie, wie man einen gesunden von einem kranken Baum unterscheidet, warum professionelle Kronenpflege Leben retten kann – und wie man einen Setzling richtig in die Erde setzt. Bückert erklärte anschaulich, dass das Kürzen der Krone den Transportweg zwischen Wurzeln und Blattwerk verkürzt und geschwächten Bäumen so eine neue Chance gibt.
Für Axel Bückert ist diese pädagogische Arbeit keine Randnotiz, sondern Herzensangelegenheit: Nur wer Natur kennt, kann sie wirklich schätzen lernen.
Axel erklärt – und alle hören zu

Vor dem ersten Spatenstich: Axel Bückert gibt eine kurze Einweisung in Technik und Hintergrund der Pflanzaktion.
Die Mischung aus Generationen und Erfahrungslevels, die sich an diesem Morgen um Axel scharte, war kein Zufall – sondern das Ergebnis von Jahren, in denen er Vertrauen aufgebaut hat. Kinder, Jugendliche, Familien, langjährige Mitglieder: Alle zogen buchstäblich am selben Strick.
Ermöglicht durch das ENTEGA NATURpur Institut
Eine Aktion in diesem Ausmaß braucht mehr als guten Willen. Das ENTEGA NATURpur Institut gGmbH hat die Pflanzaktion finanziell ermöglicht – mit Mitteln für Setzlinge, Umweltpädagogik und Jugendprojekte. Ohne diese Förderung wäre der 28. Februar nicht das geworden, was er war. Herzlichen Dank.
Philip Krämer, Geschäftsführer des Instituts, hatte in seinem Zusageschreiben betont, dass Bäume ein besonders wirksames Mittel zur CO₂-Bindung und Luftreinhaltung seien – ein Engagement, das er als wesentlichen Beitrag zur Energiewende versteht. Wir sehen das genauso.
Stadtpolitik trifft Vereinsrealität
Eva Bredow-Cordier (Grüne, Fraktionsvorsitzende) kam nicht zufällig vorbei: Bereits im Herbst 2025 hatte sie bei der Sitzung des Sportausschusses der Stadtverordnetenversammlung – zu Gast beim ORPLID – Axel Bückerts Vortrag über Baumpflege und Artenschutz erlebt und ihr Kommen in Aussicht gestellt. Was sie heute sah, überzeugte sie: „Es ist wunderbar zu sehen, wie eine Gruppe von so vielen Menschen – darunter so viele Kinder – gemeinsam anpackt. Das ist gelebte Zivilgesellschaft.“
10 % Anwuchsquote – und das ist gut so
Axel Bückert ist Realist: „Wenn 10 Prozent der gepflanzten Bäume angehen, können wir froh sein.“ Klingt wenig – ist aber bei 2.000 Setzlingen ein Potenzial von 200 Bäumen, die in den nächsten Jahrzehnten das Gelände prägen werden. Und das ist erst der Anfang: Bis 2036 sollen 1.000 bis 1.500 etablierte Zukunftsbäume auf dem ORPLID-Gelände stehen.
Das grüne Dach über ORPLID entsteht gerade – Setzling für Setzling.
Fachlicher Ansprechpartner: Axel Bückert · nachhaltigkeit@orplid-darmstadt.de


